Du bist beim Lesen über Deep Work auf den Begriff gestoßen, und er klingt wichtig. Aber in einfachen Worten zu sagen, was er bedeutet, ist schwer. Und hat er überhaupt etwas mit deinem eigenen Arbeitstag zu tun?

Hier bekommst du eine einfache Definition, die Kette, die Deep Work selten macht, und ein Beispiel zum Nachzählen. Dann siehst du, warum mehr Messen nicht die Antwort ist. Und du siehst, was du selbst sichtbar machen kannst, Block für Block.

Der Ablauf für einen Block konzentrierter Arbeit, Schritt für Schritt:

Was ist das Metric Black Hole bei Deep Work?

Manche Kosten der Wissensarbeit tauchen nirgends auf, und was nirgends auftaucht, wird nicht behoben.

Wenn du weißt, was Deep Work ist, kennst du den Begriff wahrscheinlich aus Cal Newports Deep Work. Auf Deutsch heißt das Buch Konzentriert arbeiten. Newport erklärt damit, warum Deep Work selten ist.

In einfachen Worten: Die Kosten von Gewohnheiten, die Tiefe zerstören, lassen sich kaum dem Geschäftsergebnis zuordnen. Ständige E-Mails sind so eine Gewohnheit.

Diese Kosten verschwinden in einem Bereich, in den niemand hineinsehen kann, dem schwarzen Loch. Weil dort nichts sichtbar ist, gibt nichts den Anstoß, etwas zu ändern.

Was leicht zu sehen istWas im schwarzen Loch verschwindet
Wie schnell du auf E-Mails antwortestWas die Unterbrechungen deine andere Arbeit kosten
Den ganzen Tag online und erreichbar seinWas ständige Erreichbarkeit deinen Fokus kostet
Ein voller Kalender, viele besuchte MeetingsDer Wert dessen, was du wirklich fertig gemacht hast

Die linke Spalte lässt sich zählen oder beobachten, die rechte nicht. Also bekommt die linke Spalte die Aufmerksamkeit. Sie ist die einzige, auf die jemand schauen kann.

Dasselbe gilt für die Seite des Nutzens. Auch was eine fertige, durchdachte Arbeit bringt, lässt sich kaum dem Geschäftsergebnis zuordnen.

Der Begriff sagt nicht, dass diese Gewohnheiten harmlos oder nützlich sind. Er sagt, dass niemand ihre Kosten sieht. Deshalb stellt sie niemand infrage.

Warum macht das Metric Black Hole Deep Work selten?

Wenn niemand die Rechnung sieht, gewinnt die bequemste Option. Dann gilt: Wer sichtbar beschäftigt ist, wirkt produktiv.

Newport verbindet den Begriff mit zwei weiteren Ideen: dem Prinzip des geringsten Widerstands und Geschäftigkeit als Ersatzmaßstab. Zusammen bilden die drei eine Kette.

  • Kein Maßstab: Die Kosten von Shallow Work-Gewohnheiten bleiben unsichtbar. Also gibt nichts den Anstoß, sie zu ändern.
  • Geringster Widerstand: Ohne Rückmeldung, was dem Geschäftsergebnis hilft, rutschen Menschen zum Bequemsten. Etwa dazu, den Tag aus dem Posteingang heraus zu steuern.
  • Geschäftigkeit als Ersatz: Ohne klare Kennzahlen wird sichtbare Aktivität zum Ersatz für Produktivität. Genau das ist der Stoff von Busy Work.

Der nächste Teil ist meine Lesart, nicht Newports: Die Kette braucht keinen Chef, der zuschaut. Sie läuft genauso gut, wenn nur du selbst die Ergebnisse prüfen könntest.

Ich bin seit vielen Jahren selbstständig, ohne Arbeitgeber, der mir Struktur gibt. Das Bild aus dieser Liste kenne ich aus meinen eigenen Tagen.

Ein Beispiel zum Nachzählen: das Postfach

Am deutlichsten zeigt sich das schwarze Loch bei E-Mails, denn die kannst du wenigstens zählen. Tom Cochran, damals CTO von Atlantic Media, hat seine eigenen gezählt. In einer einzigen Woche bekam er 511 E-Mails und schickte 284.

Er schrieb darüber in „Email Is Not Free“ (Harvard Business Review, 2013). Diese Zählung zeigt die Menge. Was die Mails anderer Arbeit genommen haben, taucht trotzdem nirgends auf.

Die andere Seite zeigt sich, sobald die Gewohnheit aufhört. Leslie Perlow und Jessica Porter testeten das mit Teams der Boston Consulting Group. Sie machten freie Zeit planbar: einen ganzen Tag oder einen Abend pro Woche ohne E-Mails und Mailbox.

Die Berater wehrten sich zuerst, dann freuten sie sich auf die freie Zeit und genossen sie. Sie berichteten, übersetzt, von:

offenerer Kommunikation, mehr Lernen und Entwicklung und einem besseren Produkt für den Kunden

Teilnehmer der Experimente, berichtet von Leslie A. Perlow und Jessica L. Porter, „Making Time Off Predictable—and Required“, Harvard Business Review, 2009

So wie ich es lese, wurden die Vorteile erst sichtbar, als die freie Zeit eingeführt war. Vorher gab es nichts, womit man hätte vergleichen können.

Bedeutet das Metric Black Hole, dass zu viel gemessen wird?

Nein, und mehr Zählen würde es auch nicht lösen: Newports Begriff dreht sich um das, was sich nicht messen lässt. Der Drang, alles zu messen, ist ein anderes Problem.

Vielleicht hast du den Begriff für den wachsenden Wunsch gehört, die Produktivität von Mitarbeitern zu messen. Das ist dieses zweite Problem, nicht Newports.

Diese Lesart beschreibt das Gegenteil seines Punkts: Newport meint Kosten, die kein Maßstab erfasst, nicht Kosten durch Messen. Die Zählung oben zeigt die Menge der Mails. Was sie anderer Arbeit genommen haben, zeigt sie trotzdem nicht.

Mehr Zahlen würden nur die linke Spalte der Tabelle oben füllen, den Teil, der leicht zu sehen ist. Deshalb sehe ich meinen eigenen Abgleich als Information, nicht als Ziel. Verfehle ich ein Block-Ziel, ist das kein Versagen, sondern eine Information für den nächsten Block.

Was kannst du selbst gegen das Metric Black Hole tun?

Du kannst nicht alles messen. Aber du kannst das Ergebnis jedes Blocks auf Papier sichtbar machen, jeden Tag. In meinem Buch kommt der Begriff nicht vor.

Im Folgenden zeige ich, wie ich die Schritte auf die kleinste Einheit anwende, die du steuerst: einen Block. Wenn du angestellt bist, findest du unter Deep Work im Job, wie du deine Blöcke schützt.

  1. Schreib das Block-Ziel auf deinen Protokoll-Zettel, den Zettel auf deinem Schreibtisch. Formuliere es als erreichten Zustand: „Gliederung ist erstellt“, nicht „Gliederung erstellen“.
  2. Gleich es ab, wenn der Timer klingelt: Erreicht? Teilweise? Gar nicht? Kein Urteil, nur eine Feststellung.
  3. Schreib das nächste Ziel unter das vorige. So wird der Zettel zu einer Liste von allem, was du geschafft hast.
  4. Schau dir den Zettel am Ende des Tages an: Was hast du heute geschafft?

Blöcke oder Stunden zu zählen würde Geschäftigkeit als Ersatzmaßstab in deinen eigenen Tag holen. Zwei Blöcke mit guten Ergebnissen sind besser als fünf Blöcke, in denen du dich nur durchgequält hast.

Wie du Deep Work trackst, ist eine eigene Frage. Ob du Stunden oder Meilensteine trackst, ebenfalls.

Das schwarze Loch bleibt, wo es ist, aber dein Protokoll-Zettel hat keins. 30 Sekunden am Ende jedes Blocks machen ihn zu einer Liste von Ergebnissen, die du sehen kannst.

FAQ

In welchem Kapitel von Deep Work kommt das Metric Black Hole vor?

Das Metric Black Hole wird meist Kapitel 2 von Deep Work zugeordnet, „Deep Work Is Rare“. In diesem Teil geht es darum, warum Deep Work so selten ist. Wenn du den genauen Wortlaut oder die Seitenzahl brauchst, schau in dein eigenes Exemplar.

Hat das Metric Black Hole etwas mit Physik zu tun?

Nein. In der Physik sind „Metrik“ und „schwarzes Loch“ Fachbegriffe.

Deshalb kann dich der Begriff zu Physik-Fachartikeln führen. Das Metric Black Hole bei Deep Work leiht sich nur das Bild. Gemeint ist ein Bereich, in dem Kosten aus dem Blick verschwinden.

Ist das Metric Black Hole dasselbe wie Busy Work?

Nein, und der Unterschied passt in eine Zeile: Busy Work beschreibt, was du tust. Das Metric Black Hole beschreibt, was niemand sehen kann, die Kosten, die in keinem Maßstab auftauchen. Das eine ist eine Tätigkeit, das andere eine Lücke beim Messen.