Du willst wissen, wie viel Deep Work du wirklich machst. Deine Tage fühlen sich voll an, aber du kannst nicht sagen, was die fokussierten Stunden gebracht haben.
Hier siehst du, wie du Deep Work mit einem Zettel und einem Timer festhältst. Du erfährst, was du aufschreibst, wann du es aufschreibst und was du am Ende des Tages mit dem Zettel machst. Außerdem siehst du, welchen Platz das Zählen von Stunden dabei hat.
Was ist der einfachste Deep Work Tracker?
Der einfachste Deep Work Tracker ist ein leerer Zettel mit einem Stift auf deinem Schreibtisch. Mein Buch nennt ihn Protokoll-Zettel. Auf ihm steht das Ziel jedes Blocks, also einer festen Zeitspanne, in der du fokussiert an einer Aufgabe arbeitest.
Um die Zeit festzuhalten, brauchst du keine spezielle Tracker-App. Die Timer-App auf deinem Computer reicht. Mac und Windows haben eine eingebaut.
Die Ergebnisse deiner Blöcke kommen trotzdem auf Papier. Ein Zettel reicht, du brauchst kein Notizbuch und keine App. Wenn du von Hand schreibst, denkst du langsamer und klarer als beim Tippen.
Ein Ziel nur im Kopf ist vage. Ein Ziel auf Papier ist verbindlich. Du siehst es die ganze Zeit vor dir.
Was gehört in ein Deep-Work-Protokoll?
Auf diesem Zettel reichen drei kurze Einträge pro Block. Jeder hat seinen eigenen Moment: einer kommt am Anfang, zwei kommen, wenn der Timer klingelt.
| Eintrag | Wann | Was er dir bringt |
|---|---|---|
| Block-Ziel: das Ergebnis, das du aus diesem Block willst | Direkt nachdem du den Timer gestellt hast | Ein klares Ziel für diesen Block |
| Nächster Schritt | Wenn du den Block beendest | Du kannst nach der Pause sofort weitermachen |
| Block-Ziel abgleichen: erreicht, teilweise, gar nicht | Direkt nach dem nächsten Schritt | Ein ehrlicher Blick auf den Block, ohne Urteil |
Formuliere das Ziel als erreichten Zustand, zum Beispiel „Gliederung ist erstellt“ statt „Gliederung erstellen“. Das gibt deinem Gehirn ein klares Bild vom Ergebnis.
Schreib bei jedem neuen Block das Ziel auf denselben Zettel, unter den letzten Eintrag. So hast du am Abend eine Liste der Ergebnisse des ganzen Tages. Den ganzen Block vom Start bis zum Ende zeigt die Anleitung für eine Deep-Work-Session.
Wie zählst du deine Deep-Work-Stunden?
Wenn du zusätzlich Stunden willst, notiere, wie lange jeder Block lief, und zähl alles zusammen. So funktioniert die Stundenzählung von Cal Newport. Jede Woche hielt er fest, wie viele Stunden er insgesamt ohne Unterbrechung konzentriert gearbeitet hatte.
Auf seinem Blog schrieb er, eine kleine Summe sei peinlich und dränge dich, mehr Zeit für Fokus zu finden. Später fand er, dass die Zählung für seine Arbeitsphasen von vier bis sieben Stunden nicht ausreichte.
Stattdessen plante er seine Deep-Work-Zeiten vier Wochen im Voraus in seinem Kalender. Das ist eine andere Methode. Wie sie funktioniert, zeigt der Artikel Deep Work einplanen.
Ich halte nicht fest, wie viele Blöcke ich schaffe. Der Aufwand dafür ist mir zu groß. Ich will mich auf meine Inhalte konzentrieren, nicht auf mein Selbstmanagement.
Was zählt, ist das Ergebnis jedes Blocks. Die Blöcke musst du nicht zählen.
Willst du trotzdem eine Zahl, hilft dir der Vergleich Stunden oder Meilensteine messen. Eine sinnvolle Wochenzahl nennt der Artikel Wie viele Stunden Deep Work pro Woche?
Gehören kurze Blöcke auf deinen Zettel?
Ja, jeder Block kommt auf den Zettel, egal wie lang er ist. Du notierst ein Ziel und ein Ergebnis, und auch ein kurzer Block hat beides. Deshalb bekommt er dieselben drei Einträge wie ein langer.
In einer Stundenliste zählen kurze Phasen unter Umständen gar nicht. Der Autor Scott H. Young ignoriert Phasen unter 30 Minuten und addiert jeden Abend die längeren (Blogartikel, 2021).
Mein Buch nennt fünf Längen: 90, 45, 35, 25 oder 15 Minuten. Du wählst eine, je nachdem, wie du dich an dem Tag fühlst. Selbst wenn du stark unmotiviert bist, ist ein 15-Minuten-Block besser als keiner.
Auch dieser 15-Minuten-Block bekommt seine drei Einträge. Die Untergrenze eines Blocks erklärt der Artikel über die Mindestdauer für Deep Work.
Wie viel Deep-Work-Tracking ist zu viel?
Über diese drei Einträge hinaus ist Tracking zu viel, sobald es deine Aufmerksamkeit von der Arbeit abzieht. Flow ist der Zustand, in dem die Arbeit fast von allein läuft, und er reißt leicht ab. Bist du einmal raus, dauert es Minuten, bis du wieder drin bist.
Während eines Blocks entscheiden drei Situationen, was du aufschreibst.
- Die Arbeit läuft: Schreib nichts auf. Protokolliere nichts, mach keine Notizen und optimiere nichts, das kommt alles später.
- Ein aufgabenfremder Gedanke taucht auf: Schreib ein paar Stichworte auf deinen Gedanken-Zettel, einen zweiten Zettel für solche Gedanken.
- Du weißt nicht, was als Nächstes kommt: Schreib den nächsten Mini-Schritt auf deinen Protokoll-Zettel. Dann führ diesen Schritt aus.
An schwachen Tagen, wenn du viel Struktur brauchst, schreib jeden Arbeitsschritt auf. Sonst schreib nur, wenn du feststeckst, denn das Aufschreiben kostet Zeit und Aufmerksamkeit.
Bist du nicht sicher, was Flow ist? Das erklärt der Artikel über den Unterschied zwischen Deep Work und Flow.
Was machst du am Ende des Tages mit dem Zettel?
Schau dir nach deinem letzten Block einmal alles an, was du an diesem Tag aufgeschrieben hast. Nimm den Protokoll-Zettel und frag dich, was du heute geschafft hast.
Jedes erreichte Ziel und jeder erledigte Schritt liegt vor dir. Du hast sie selbst geschrieben, Block für Block. Dieser Anblick gibt Zufriedenheit.
Dieser Rückblick ist ein Teil davon, deinen Arbeitstag abzuschließen. Den Rest beschreibt der Artikel über das Shutdown-Ritual.
Mit der Zeit lernst du durch diesen Rückblick, was du an einem Tag realistisch schaffen kannst. Deine nächsten Block-Ziele werden präziser. Auch deine Planung wird besser.
Ein gutes Protokoll beginnt mit einem guten Block-Ziel. Lerne, eines zu setzen, das du in den nächsten 45 Minuten erreichen kannst, und dein Zettel füllt sich mit Ergebnissen. So funktioniert's →
FAQ
Hilft es beim Erreichen von Zielen, den eigenen Fortschritt festzuhalten?
Eine Übersichtsarbeit über 138 Studien zeigt: Wer seinen Fortschritt überprüft, erreicht seine Ziele eher (Harkin und Kollegen, Psychological Bulletin, 2016). Der Effekt war größer, wenn die Menschen ihren Fortschritt physisch festhielten. Die Studien untersuchten Ziele im Allgemeinen, nicht Deep Work.
Solltest du alte Protokoll-Zettel aufheben?
Der Protokoll-Zettel ist das Blatt mit deinen Block-Zielen. Nach dem Tagesrückblick entscheidest du: archivieren oder wegwerfen. Hebst du ihn auf, leg ihn in eine Ablage, denn am aufgeräumten Schreibtisch startet morgen der erste Block leichter.
Wie lange dauert es, einen Deep-Work-Block zu protokollieren?
Wenn du einen Block fokussierter Arbeit beendest, brauchst du für die Einträge etwa 30 Sekunden. Diese Sekunden sparen dir Minuten, wenn du nach der Pause wieder anfängst.
Am Anfang des Blocks schreibst du für das Ziel ein paar Zeilen mehr. Nach ein paar Blöcken willst du diesen Schritt nicht mehr auslassen.
