Du planst deine Woche und willst eine Zahl, an der du sie messen kannst. Du hast von „vier Stunden am Tag“ oder „20 Stunden pro Woche“ gehört. Reichen 10 Stunden in einer Woche voller Meetings, oder hast du mit 5 Stunden versagt?
Hier erfährst du, was eine Woche höchstens hergibt und warum diese Zahl eine Obergrenze ist. Du siehst, woher die 20 Stunden stammen und was eine echte Woche darunter drückt. Und du lernst, was eine Woche auf Dauer tragbar macht und wie du sie misst, ohne Stunden zu zählen.
Wie viel Deep Work pro Woche ist realistisch?
Wenn du fünf Tage arbeitest, gibt eine Woche höchstens 20 bis 30 Stunden Deep Work her. Diese Zahl ist eine Obergrenze, kein Soll. Sie beginnt bei dem, was ein einzelner Tag hergibt.
Im Buch schreibe ich: „Die realistische Obergrenze für hochkonzentrierte Arbeit liegt bei vier bis sechs Stunden pro Tag“. Manche schaffen weniger, manche mehr. Das hängt vom Tag ab und davon, wie weit du deine Fähigkeit zu Deep Work trainierst.
Acht Stunden hochkonzentriert arbeiten zu wollen, ist utopisch. Sinkt die Qualität deiner Blöcke spürbar, ist Feierabend, auch nach drei Stunden: Drei gute Stunden sind besser als fünf schlechte. Ein Block ist ein fester Zeitabschnitt voller Konzentration.
Die Rechnung: Fünf Tage mit vier bis sechs Stunden ergeben 20 bis 30 Stunden, vier Tage 16 bis 24. Die Obergrenze ist das, was ein Tag höchstens hergibt, und du musst sie nicht jeden Tag erreichen. Die Tageszahl und ihre Gründe erklärt der Artikel Wie viele Stunden Deep Work pro Tag.
Vielleicht kennst du auch eine rundere Zahl: 20 Stunden pro Woche. Sie hat eine Quelle. Bevor du dich an dieser Zahl misst, prüf, woher sie stammt.
Woher kommen die 20 Stunden Deep Work pro Woche?
Die rundere Zahl stammt aus Cal Newports Bericht über seine eigenen Wochen. Das ist der Bericht eines einzelnen Menschen, kein Standard. Newport ist der Autor des Buchs Deep Work und schrieb 2015 einen Blogbeitrag darüber, wie er diese Zeit schützt.
„Im Schnitt komme ich auf 15 bis 20 Stunden Deep Work pro Woche.“
Cal Newport, „I Want to Show You Exactly How I Prioritize Deep Work in My Busy Life“, calnewport.com, 2015, übersetzt
Damals war er Professor mit voller Lehrverpflichtung und weiteren Aufgaben an der Universität. Außerdem war er Autor und Vater von zwei Kindern. Die Zahl ist seine eigene Schätzung, und der Beitrag nennt keine Methode, wie er sie gezählt hat.
Meine Lesart: Die Zahl zeigt, was ein vielbeschäftigter Professor geschafft hat. Über deine Woche sagt sie wenig. Er selbst nennt eine Spanne: im Schnitt 15 bis 20 Stunden.
Vergleich das mit der Obergrenze von 20 bis 30 Stunden. Sein Durchschnitt liegt am unteren Ende dieser Spanne oder darunter. Die Geschichte hinter den vier Stunden am Tag findest du im Artikel über die Belege für die 4-Stunden-Grenze.
Warum eine echte Woche weniger hergibt
Die 20 bis 30 Stunden setzen fünf gute Tage mit freien Stunden voraus. Eine echte Woche gibt aus drei Gründen weniger her. Meetings, müde Tage und überarbeitete Tage nehmen jeweils Stunden von der Obergrenze weg.
- Meetings und Vorträge: Newport protokollierte 2013 zwei Wochen. In der vollen Woche stiegen Meetings von 3 auf 7 Stunden. Vorträge vorzubereiten kostete 4,5 Stunden.
- Müde Tage: Bist du „nicht ganz fit“, machst du einen kürzeren Block. Bist du „massiv müde“, hilft ein Power Nap, oder du verschiebst den Block.
- Überarbeitete Tage: Übertreibst du es an einem Tag, bist du am nächsten erschöpft. Überarbeitung heute kostet dich morgen.
In seiner guten Woche nahm Deep Work fast die Hälfte seiner Zeit ein. In der vollen Woche war es weniger als ein Viertel. Deine eigene Woche kann genauso schrumpfen.
Wenn Meetings deine Tage füllen, lies, wie du trotz vieler Meetings Zeit für Deep Work findest. Um die übrigen Stunden zu schützen, solltest du Deep Work einplanen.
Wie viele Stunden Deep Work pro Woche sind auf Dauer machbar?
Auf Dauer machbar ist die Zahl, die du Woche für Woche wiederholen kannst. Dafür braucht es aus meiner Sicht drei Dinge: Blöcke, die zu deiner Energie passen, echte Pausen und einen klaren Feierabend.
Deine Blöcke müssen nicht alle gleich lang sein, denn dein Energielevel schwankt im Tagesverlauf. Morgens vielleicht 45 oder 90 Minuten, nachmittags nur noch 25. Anspruchsvolle Aufgaben machst du, wenn du Energie hast, leichtere, wenn die Energie nachlässt.
Lieber einen Block zu wenig als einen zu viel. Und lass die Pause nicht aus. Mehr arbeiten heißt nicht mehr schaffen, und ohne Pause sinkt die Qualität der folgenden Blöcke.
Feierabend heißt Feierabend, ohne „kurz“ noch E-Mails zu checken. Die Erholung am Abend ist genauso Teil deiner Produktivität wie die Arbeit selbst. Dein Gehirn braucht diese Zeit, und du kannst lernen, wie du dich nach Deep Work erholst.
Wie viel Deep Work brauchst du pro Woche, um dich produktiv zu fühlen?
Eine Woche, die du auf Dauer durchhältst, fühlt sich produktiv an, wenn du siehst, was du geschafft hast. Schau also auf die Ergebnisse, statt Blöcke zu zählen.
Auf deinen Protokoll-Zettel schreibst du das Ziel jedes Blocks. Schreib das nächste Ziel einfach darunter. Am Ende des Tages hast du eine komplette Liste deiner Erledigungen.
- Zettel anschauen: Bevor du Feierabend machst, nimm deinen Protokoll-Zettel und schau, was du heute geschafft hast.
- Nicht bewerten, nur wahrnehmen: Die Liste deiner erledigten Schritte und erreichten Ziele liegt vor dir. Du hast sie selbst geschrieben. Das gibt Zufriedenheit.
- Bessere Einschätzung: Über die Zeit lernst du, was du an einem Tag realistisch schaffen kannst. Deine Block-Ziele werden präziser, deine Planung besser.
Meine Lesart: Eine gute Woche ist eine Reihe solcher Tageslisten, keine Summe von Stunden. Willst du trotzdem eine Wochenzahl, lies, ob du Stunden oder Meilensteine festhalten solltest.
Das Gefühl einer produktiven Woche wächst Zeile für Zeile auf deinem Zettel. Jeder Block fügt eine Zeile hinzu. Am Ende der Woche zeigen deine Zettel, was du geschafft hast. So funktioniert's →
FAQ
Was zählt als eine Stunde Deep Work?
Eine Stunde Deep Work ist eine Stunde hochkonzentrierte Arbeit an einem Block-Ziel, das du aufgeschrieben hast. Zeit am Schreibtisch mit halber Aufmerksamkeit zählt nicht als Deep Work. Drei konzentrierte Blöcke von 45 Minuten sind mehr wert als acht halb konzentrierte Stunden.
Sind 5 Stunden Deep Work pro Woche zu wenig?
Nein, für Deep Work gibt es kein Wochenminimum, das du verfehlen kannst. Zwei Blöcke mit guten Ergebnissen sind besser als fünf halb konzentrierte. Fünf Stunden konzentrierte Arbeit sind echte Arbeit, also erkenne sie an, statt sie kleinzureden.
Wie kommst du auf mehr Stunden Deep Work pro Woche?
Mehr Stunden Deep Work pro Woche entstehen aus Blöcken, die funktionieren. Im Zweifel lieber kürzer starten. Es wird besser mit jedem Block, und nach ein paar Wochen ist der Ablauf Routine.
