Du weißt, was Deep Work ist. Vielleicht hast du schon ein paar Ratschläge ausprobiert, etwa Handy weg und Benachrichtigungen aus. Trotzdem konntest du nicht lange konzentriert bleiben.

Hier bekommst du acht Tipps in der Reihenfolge, in der ein Block sie braucht. Ein Block ist eine feste Zeitspanne konzentrierter Arbeit an einer Aufgabe. Du erfährst auch, was du tust, wenn du feststeckst, und womit du anfängst.

Der Ablauf für einen Block konzentrierter Arbeit, Schritt für Schritt:

Was sind Deep Work Tipps?

In seinem Buch Deep Work beschreibt Cal Newport Deep Work als Konzentration ohne Ablenkung. Sie bringt dein Denken an seine Grenze.

Ein Deep Work Tipp ist eine kleine Handlung. Sie schützt diese Konzentration in einem bestimmten Moment des Blocks. Dieser Moment kann vor dem Block liegen, an seinem Anfang, mittendrin oder dann, wenn der Timer klingelt.

Hier sind acht aus meinem Buch.

TippWannWas er bewirkt
1. Handy aus und außer SichtDavorEntfernt ein Gerät, das gebaut ist, um deine Aufmerksamkeit zu fangen
2. Schließen, was am Bildschirm ablenktDavorSchließt E-Mail, Slack, Social Media und überflüssige Tabs
3. Ohrstöpsel oder Kopfhörer, ohne MusikDavorSchützt dich vor Geräuschen, die du nicht kontrollieren kannst
4. Ein TimerStartGibt dem Block ein Ende, damit der Anfang leichter fällt
5. Ein aufgeschriebenes Block-ZielStartZeigt, was erledigt ist, wenn der Timer klingelt
6. Ein Gedanken-ZettelDabeiHält aufgabenfremde Gedanken fest, damit dein Kopf Ruhe gibt
7. Der nächste Mini-SchrittDabeiBringt dich zurück, wenn du den Faden verlierst oder feststeckst
8. Sauber aufhören und echte PauseStopp, PauseHilft dir, schnell wieder einzusteigen, und dein Kopf erholt sich

Prüf vor jedem Block ehrlich: Bist du wach und kannst du klar denken? In meinem Buch ist dieser Check kein eigener Schritt.

Bist du massiv müde, mach einen Power Nap von 10 bis 20 Minuten oder verschieb den Block. Durchquälen bringt nichts. Mehr dazu findest du im Artikel Konzentrieren, wenn du müde bist.

Vor dem Block: Entferne, was dich unterbrechen kann

Bevor du den Timer stellst, entfernst du, was den Block stören könnte: dein Handy, deinen Bildschirm und den Lärm. In einer Studie von 2005 beobachteten Gloria Mark, Victor Gonzalez und Justin Harris 24 Wissensarbeiter bei der Arbeit. Größere Aufgaben wie die Vorbereitung eines Angebots wurden in mehr als der Hälfte der Fälle unterbrochen (57 Prozent).

Schalte dein Handy aus und leg es in einem anderen Zimmer in eine Schublade oder einen Schrank. Es darf nicht in deinem Blickfeld sein. Entscheide bewusst, wann du es benutzt: nur in längeren Pausen oder nach der Arbeit.

Schließ dann E-Mail, Slack und Social Media, die größten Aufmerksamkeitsräuber. Schließ alle weiteren Apps und Browser-Tabs, die du für diese Aufgabe nicht brauchst, und aktiviere den Modus „Nicht stören“. Mehr dazu findest du im Artikel Ablenkungen bei Deep Work vermeiden.

Nimm zuletzt Ohrstöpsel oder einen Kopfhörer mit Noise Cancelling als Schutz vor Lärm. Der Kopfhörer dient nicht der Unterhaltung, also spiel keine Musik. Meine klare Antwort dazu steht im Artikel Deep Work mit Musik.

Zu Beginn: Gib dem Block ein Ende und ein Ziel

Zwei Tipps starten den Block. Ein Timer gibt ihm ein Ende, ein aufgeschriebenes Ziel gibt ihm eine Richtung. Den dritten Startschritt aus meinem Buch, die Musik-Entscheidung, hast du schon im Abschnitt davor getroffen: keine Musik.

Stell einen Timer, bevor du anfängst. So hat die Arbeit ein Ende, und der Anfang fällt leichter, auch bei unangenehmen Aufgaben.

Wähle 15 bis 90 Minuten, je nachdem, wie wach und frisch du dich fühlst. Im Zweifel fang lieber kürzer an. Die Details stehen im Artikel Wie lange sollte eine Deep Work Session dauern?.

Schreib dann dein Block-Ziel auf deinen Protokoll-Zettel, einen leeren Zettel für dein Ziel und deine Arbeitsschritte. Formuliere das Ziel als erreichten Zustand, etwa „Erster Entwurf der Gliederung ist erstellt“, nicht als Tätigkeit. Mach es ambitioniert, aber machbar: Ein zu großes Ziel überfordert und blockiert dich, ein zu kleines gibt dir keinen Antrieb.

Während des Blocks: Nimm Papier, wenn deine Gedanken abschweifen oder du feststeckst

Deine Gedanken werden abschweifen, und manchmal wirst du feststecken. Das ist normal. Beides löst du auf Papier.

Mein Buch hat für diese Phase drei Werkzeuge. Zwei davon sind auf Papier, für die Momente, in denen die Arbeit nicht fließt.

Wenn dich ein Gedanke von der Aufgabe wegzieht:

  1. Ertappen: Bemerke, dass du einem Gedanken nachhängst, der nichts mit der Aufgabe zu tun hat. Dieser Schritt erfordert Übung.
  2. Aufschreiben: Notiere ein paar Stichworte auf deinem Gedanken-Zettel. Das ist ein zweiter Zettel nur für diese Gedanken.
  3. Zurückkehren: Wirf einen Blick auf deinen Protokoll-Zettel und mach weiter.

Manchmal verliere ich den Faden und weiß nicht mehr, wo ich in der Aufgabe stehe. Dann schreibe ich den nächsten Mini-Schritt auf. Allein das Nachdenken darüber bringt mich zurück in die Aufgabe, und der aufgeschriebene Schritt ist dann mein Anker.

Feststecken ist kein Grund, den Block abzubrechen. Beschreib das Problem in einem Satz auf deinem Zettel. Schreib dann den kleinstmöglichen nächsten Schritt auf.

Geht gar nichts mehr, wechsle zu einem anderen Aspekt derselben Aufgabe.

Wenn der Timer klingelt: Hör sauber auf und mach eine echte Pause

Klingelt der Timer, während du im Flow bist, mach weiter. Flow heißt, dass du tief in der Aufgabe steckst und die Arbeit leicht läuft. Wichtiger ist, dass du die Aufgabe weiterbringst und nicht nur die Zeit auf dem Timer füllst.

Bist du nicht im Flow, hör jetzt auf. Mach nicht „nur noch kurz“ weiter.

Halte in einem Satz fest, wo du stehst und was der nächste Schritt wäre. Prüf dann ohne Urteil, ob du dein Block-Ziel erreicht hast.

Mach danach eine echte Pause. Sie soll deinen Kopf leeren und deinen Körper in Bewegung bringen.

  • Beweg dich: Mach ein paar Hampelmänner, Kniebeugen oder Dehnübungen, oder räum kurz auf.
  • Geh an die frische Luft: Geh kurz raus oder lüfte das Zimmer.
  • Lass das Handy weg: Aus einem kurzen Blick werden 15 Minuten Scrollen.
  • Lass E-Mails und Nachrichten weg: Sie ziehen dich gedanklich in andere Angelegenheiten.

Die richtige Länge hängt von deinem Block ab. Mehr dazu steht im Artikel Wie lange sollten Deep Work Pausen sein?.

Mit welchem Deep Work Tipp solltest du anfangen?

Fang mit einem Block an. In meinem Buch ist die kleinste Einheit ein einzelner Block konzentrierter Arbeit: diesen meistern, dann wiederholen. In diesem Block kommen die Tipps in der Reihenfolge, in der er sie braucht.

Du brauchst nicht jedes Mal jeden Tipp. Nimm mit, was für dich funktioniert, und lass den Rest weg.

Zwei davon zähle ich zu meinen wichtigsten Werkzeugen. Der Timer ist eines meiner wichtigsten Werkzeuge für Produktivität. Der Protokoll-Zettel ist mein wichtigstes Werkzeug für Fokus.

Deine ersten Blöcke werden nicht perfekt sein. Du wirst Schritte vergessen und dich trotzdem ablenken lassen. Das ist normal.

Mit jedem Block wird es besser, und nach ein paar Wochen ist der Ablauf Routine. Den ganzen Ablauf zeigt der Artikel Deep Work Schritt für Schritt umsetzen.

Such dir also eine Aufgabe aus und mach einen Block damit. Eine halbe Stunde Lesen reicht, um jeden Schritt zu kennen, vom Handy in der Schublade bis zur Pause.

FAQ

Was sind die Deep Work Strategien von Cal Newport?

In seinem Buch Deep Work von 2016 ordnet Cal Newport seine Ratschläge in vier Regeln. Seine Deep-Work-Philosophien sind Wege, Deep Work in dein Leben einzubauen. Sie gehören zur ersten Regel.

Die Deep Work Tipps in diesem Artikel stammen aus Deep Work Block und sind für einen einzelnen Block gemacht.

Müssen Deep Work Blöcke zur vollen Stunde beginnen oder gleich lang sein?

Deep Work Blöcke müssen nicht zur vollen Stunde beginnen, etwa um 9:00 oder 10:00 Uhr. Sie müssen auch nicht alle gleich lang sein.

Sag den Menschen, die dich oft kontaktieren, dass du zu bestimmten Zeiten nicht erreichbar bist. Für volle Meeting-Tage lies den Artikel Deep Work bei zu vielen Meetings.

Brauchst du eine App für Deep Work Tipps?

Für Deep Work Tipps brauchst du nur Papier, einen Stift und einen Timer. Als Timer reicht die vorinstallierte Uhr-App auf deinem Computer.

Nutze dein Handy nur als Timer, wenn du nichts anderes hast. Stell es dann auf Flugmodus und „Nicht stören“.