Du setzt dich hin, um dich zu konzentrieren, und etwas zieht dich weg: eine Nachricht, ein Geräusch, Hunger, ein Gedanke. Du versuchst, es zu ignorieren. Es gewinnt.

Du erfährst hier, woher sechs Arten von Ablenkung kommen und welche fünf du vor einem Block beseitigst. Danach lernst du, was du im Block mit der sechsten machst.

Der Ablauf für einen Block konzentrierter Arbeit, Schritt für Schritt:

Wie vermeidest du Ablenkungen und machst Deep Work?

Du vermeidest Ablenkungen, indem du sie vor dem Block beseitigst, statt im Block gegen sie zu kämpfen. Dann unterbricht dich nichts, während du arbeitest. Die Vorbereitung sieht nach viel aus, aber nach ein paar Blöcken dauert sie nur wenige Minuten.

Willenskraft verliert, denn dein Smartphone ist darauf optimiert, deine Aufmerksamkeit zu fangen. Ich sage es so: „Du gegen ein Milliarden-Dollar-Design – du verlierst.“

Hier siehst du, wann du dich um jede der sechs Quellen kümmerst:

Was dich wegziehtBeispieleWann du dich darum kümmerst
Dein KörperHunger, Durst, eine volle BlaseVor dem Block
Dein HandyAnrufe, Nachrichten, der Drang zu scrollenVor dem Block
Der RaumLärm, Menschen, die TürklingelVor dem Block
Dein SchreibtischUnterlagen einer anderen AufgabeVor dem Block
Dein ComputerE-Mail, Chat, offene TabsVor dem Block
Deine eigenen GedankenAndere Aufgaben, Einfälle, ErledigungenIm Block, auf Papier

Vor allen sechs prüfst du, ob du wach bist. Zwei Warnsignale zeigen, dass du es nicht bist: Du liest denselben Satz dreimal, oder du greifst ständig zum Handy. Lies an solchen Tagen den Artikel Konzentrieren trotz Müdigkeit.

Bereite zuerst deinen Körper vor

Auch Durst, eine volle Blase und Hunger unterbrechen einen Block. Trink vorher ein Glas Wasser, oder stell dir eins auf den Schreibtisch.

Übertreib es aber nicht: Mehr Wasser heißt häufiger auf die Toilette. Geh also direkt vor dem Start auf die Toilette.

Iss vor einem Block wenig oder gar nichts, denn eine große Mahlzeit macht dich voll, müde und träge. Komplett hungrig ist aber genauso schlecht, denn ein knurrender Magen lenkt dich ab. Iss also etwas Kleines, zum Beispiel eine Handvoll Nüsse.

Zwischen den Blöcken ist ein Snack okay, aber eine Mahlzeit killt den nächsten Block.

Warum dein Handy den Raum verlassen muss

Als Nächstes schaltest du dein Handy aus und legst es in einen anderen Raum, denn schon seine Anwesenheit kostet Aufmerksamkeit.

Ward, Duke, Gneezy und Bos haben das zweimal getestet („Brain Drain“, 2017). Lag das eigene Handy nur in der Nähe, hatten die Leute weniger freie geistige Kapazität. Am meisten verloren die, die am stärksten vom Handy abhängen.

Eine neuere Studie von Skowronek, Seifert und Lindberg (2023) testete Konzentration und Aufmerksamkeit von Menschen zwischen 20 und 34 Jahren. Mit Smartphone in der Nähe schnitten sie schlechter ab als ohne. So gehst du rund um einen Block mit deinem Handy um:

  • Aus und weg: Schalte es aus und versteck es in einem Schubfach in einem anderen Zimmer.
  • Als Timer: Nutze es nur, wenn du keinen anderen Timer hast. Schalte Flugmodus und „Nicht stören“ ein. Leg es außerhalb deines Blickfelds ab.
  • Menschen, die dir schreiben: Sag ihnen, zu welchen Zeiten du nicht erreichbar bist. Dann wartest du nicht mehr auf ihre Nachrichten.

Mach den Raum ruhig und räum den Schreibtisch frei

Lärm, Menschen und Papier ziehen trotzdem noch an dir, also schließ sie zuerst aus. Schließ die Fenster und alle Türen zu lauten Räumen.

Dein Gehirn prüft bei jedem Geräusch, ob etwas Wichtiges passiert. Setz deshalb Ohrstöpsel ein oder einen Kopfhörer mit Noise Cancelling auf, ohne Musik. Warum, erklärt der Artikel Deep Work mit Musik.

Sag den Menschen um dich herum klar, dass du für den nächsten Block nicht ansprechbar bist. Stell die Türklingel auf lautlos und schließ die Tür, wenn du eine hast. Unterbrechen sie dich trotzdem, hilft der Artikel Deep Work trotz ständiger Unterbrechungen.

Räum dann deinen Schreibtisch frei, denn jeder Gegenstand im Blickfeld fordert Aufmerksamkeit. Ein Dokument von einer anderen Aufgabe zieht deine Gedanken zu dieser Aufgabe. Nur das bleibt:

  • Bildschirm, Tastatur, Maus, Rechner
  • Notizzettel und Stifte
  • Beleuchtung
  • Wasserglas

Alles andere muss vom Schreibtisch runter. Was du jetzt nicht zuordnen kannst, kommt in eine Box oder ein Ablagefach daneben; sortier es später. Wie du den ganzen Arbeitsplatz planst, zeigt der Artikel Deep-Work-Umgebung einrichten.

Schließ auf dem Computer alles, was die Aufgabe nicht braucht

Zuletzt kommt dein Computer. Er enthält deine Arbeit und deine Ablenkungen zugleich, also schließ alles, was die Aufgabe nicht braucht.

Jede offene App und jeder offene Tab ist ein offener Gedanke. Dein Gehirn verschwendet Energie darauf, ihn zu ignorieren. Benachrichtigungen sind wie ein Kollege, der dir alle drei Minuten auf die Schulter tippt.

  1. Schließ zuerst E-Mail, Team-Chats wie Slack und Social Media. Sie rauben dir die meiste Aufmerksamkeit.
  2. Schließ alle weiteren Apps, die nichts mit dieser Aufgabe zu tun haben.
  3. Schließ alle Browser-Tabs, oder öffne ein separates Browser-Fenster nur für diese Aufgabe.
  4. Aktiviere den Modus „Nicht stören“, damit Benachrichtigungen still bleiben.

Du willst manche Tabs für später behalten? Speichere sie in einem Lesezeichen-Ordner und schließ sie dann, damit sie aus dem Blickfeld sind.

Schickt dein Team-Chat ständig Benachrichtigungen, hilft der Artikel Slack-Benachrichtigungen im Block. Denkst du über Tools nach, die ablenkende Websites sperren, lies den Artikel über Website-Blocker.

Was im Block bleibt: deine eigenen Gedanken

Ist das Außen geräumt, bleiben im Block nur deine eigenen Gedanken. Dir fallen andere Aufgaben, Einfälle und Erledigungen ein, und das ist normal. Dein Gehirn hat Angst, sie zu vergessen: Es wiederholt sie und drängt dich zum Handeln, bis sie auf Papier stehen.

Leg vor dem Block zwei Zettel auf deinen Schreibtisch. Auf den Protokoll-Zettel kommen dein Ziel und deine Arbeitsschritte, auf den Gedanken-Zettel alle anderen Gedanken. Kommt ein Gedanke, notierst du ihn in Stichworten, schaust auf deinen Protokoll-Zettel und machst weiter.

Auch der Drang, kurz etwas nachzuschauen, kann auf den Gedanken-Zettel, genau wie jeder andere Gedanke. Belohn dich in der Pause, statt jetzt nachzuschauen: mit einem Stück Schokolade oder einem kurzen Moment draußen in der Sonne. Du hast gerade konzentriert gearbeitet, und das verdient Anerkennung.

Verlierst du in der Aufgabe den Faden, hilft der Artikel Konzentriert bleiben. Bei einem Drang, der immer wiederkommt, lies den Artikel über Impulskontrolle.

Ist das Außen geräumt und stehen deine Gedanken auf Papier, bleibt nur die Aufgabe. Der Start entscheidet, wie schnell du tief in sie hineinkommst: ein Timer und ein aufgeschriebenes Ziel.

FAQ

Hilft Meditation, Ablenkungen bei Deep Work zu vermeiden?

Meditation hilft, Ablenkungen bei Deep Work zu vermeiden, wenn du sie außerhalb deiner Blöcke konzentrierter Arbeit übst. Sie trainiert dich, deinen eigenen Geist zu beobachten; so merkst du bei der Arbeit schneller, wenn deine Gedanken abschweifen. Meditiere aber nicht in deinen Pausen, denn Meditation erfordert Konzentration.

Darfst du zwischen Deep-Work-Blöcken aufs Handy schauen?

Schau zwischen Deep-Work-Blöcken nur in einer längeren Pause oder nach der Arbeit aufs Handy. Die Pause ist der gefährlichste Moment, denn aus „nur kurz checken“ werden leicht 15 Minuten Scrollen. Neue Nachrichten und Beiträge bleiben dir im nächsten Block im Kopf.

Wird es mit Übung leichter, Ablenkungen zu vermeiden?

Ablenkungen bei Deep Work zu vermeiden wird mit jedem Block konzentrierter Arbeit leichter. Deine ersten Blöcke werden nicht perfekt sein: Du vergisst Schritte und lässt dich trotzdem ablenken; das ist bei jedem normal. Nach ein paar Wochen ist der Ablauf Routine, dann denkst du nicht mehr über die Schritte nach.